1. Gewaltfreiheit



Hintergrund
Gewalt wird heutzutage so verharmlost und trivialisiert, daß wir den negativen Einfluß, den sie auf uns, unsere Beziehungen mit der Umwelt, mit den Tieren und Mitmenschen hat, kaum noch bemerken. Auch für die Welt als Ganzes hat dies Auswirkungen. Je mehr wir uns unserer Gedanken und Gefühle bewußt werden, desto mehr können wir Gewalt in all ihren Formen verwandeln. Gewalt in jeder Form zu mindern, ist eine der großen Herausforderungen für diejenigen, die einen spirituellen Weg gehen - und soweit sie es können, gewaltfrei sein möchten. Einer der wirksamsten Beiträge, um den CO2 Ausstoß zu vermindern ist es, vegetarisch zu leben. Diese Form der Ernährung ist nicht nur ein Ausdruck von Gewaltfreiheit gegenüber den Tieren, sondern auch ein Ausdruck der Fürsorge für den Planeten und die Menschen darauf. Wenn die ganze Menschheit sich rein vegetarisch ernähren würde, wären viel mehr Ressourcen verfügbar, damit alle Menschen auf der Welt genug zu essen haben.

Denkanstoss
 Im Mittelpunkt von Gewaltfreiheit steht das Prinzip der Liebe. Etwas verändert sich nicht einfach so auf eingefahrenen Gleisen ( Martin Luther King Jr.)
 Ärger ist ein Feind der Gewaltfreiheit und Stolz ein Monster, das sie auffrißt (Mahatma Gandhi).
 Gewaltfreiheit führt zu einer höheren Ethik, die das Ziel jeder Form von Evolution ist. Solange wir nicht aufhören, anderen lebendigen Wesen Leid zuzufügen, sind wir immer noch Wilde (Thomas A. Edison).

Workshop 1 (70 Minuten)
Für diesen Workshop benötigt man 3 Anleiter, für jede der drei Gruppen einen.
1) Einführung (5 Min) – Den Bezug zum Text oben herstellen.
2) Die Teilnehmer können sich in 3 Gruppen aufteilen und der Anleiter kann in jeder Gruppe eines der 3 Zitate vorlesen. Die Teilnehmer können sich dann überlegen, ob sie sich an eine ähnliche Geschichte in ihrem eigenen Leben erinnern (10 Min).
3) Diese Geschichten können in Zweiergruppen ausgetauscht werden (15 Min).
4) Je zwei Zweiergruppen finden sich als Vierergruppe zusammen. In Stille reflektiert jede dieser Gruppen die Auswirkungen der Geschichten und den Aspekt der Gewaltfreiheit darin. Danach tauschen alle ihre Erfahrungen aus und hören einander zu. Jede Gruppe soll eine Schlußfolgerung ziehen(15 Min).
5) Das Ergebnis jeder Gruppendiskussion soll dann von je einem aus jeder Gruppe dem Plenum vorgestellt werden.
6) Ergebnisse (5 Min).

Workshop 2 (55 Minuten)
1) Einführung (5 Min).
2) Die Teilnehmer sitzen ganz entspannt, mit einer leisen Hintergrundmusik stellt der Anleiter langsam vier Fragen und bittet darum, die Antworten auf ein Blatt Papier zu schreiben (10 Min).
a) In Stille blicke ich auf die Welt, wie sie heute ist … ich sehe, wie vielfältig die Gewalt ist: Gegen die Natur und die Menschen. (Schreibe 3-5 Arten von Gewalt auf).
b) Wie wirkt sich Gewalt in deinem eigenen Leben aus?
c) Welche Arten von Gewalt siehst du manchmal an dir selbst und in deinen eigenen Handlungen?
d) Wie kann diese Energie der Gewalt positiv genutzt werden, sowohl für die Welt, für dein Leben und für dich persönlich?
3. Wir kommen in Viergruppen zusammen und tauschen uns über diese Fragen und das, was wir aufgeschrieben haben, aus. Der Reihe nach kommt jeder dran und die anderen hören zu. Einer übernimmt die Aufgabe, zu sammeln, um dem Plenum zu berichten ( 20 Min).
4. Während jede Gruppe sich austauscht, kann der Anleiter herumgehen und in jede Gruppe hinein hören und nachfragen, wie es läuft. Jede Gruppe kann dann mit dem Anleiter abstimmen, welche der Fragen sie im Plenum mitteilt. Eine Gruppe kann Frage a nehmen, die nächste b usw. Der Anleiter kann das dann als Ergebnis jeder Viergruppe im Plenum mitteilen. (5 Minuten mehr werden für die Intervention benötigt).
5. An einer Tafel können die Hauptergebnisse jeder Gruppe gesammelt werden.
6. Alle Gruppen kommen dann wieder zusammen, tauschen sich aus und sammeln die Punkte an der Tafel (15 Min).
7. Der Anleiter kann auch etwas aus seiner Erfahrung mitteilen, wie Gewalt verwandelt werden kann und wie durch Gewaltfreiheit eine neue Qualität entstehen kann, sowohl im Leben als auch im Denken.
8. Wir visualisieren etwas zu dem Thema, wie die Energie der Gewalt positiv genutzt werden kann und wie sich das auf unsere Handlungs-weise auswirken würde.
Der Anleiter kann die Teilnehmer bitten, sich entspannt hinzusetzen während er eine sanfte Musik abspielt und mit sanfter aber hörbarer Stimme einen Visualisierung anleiten zur Gewaltfreiheit:

Visualisierung Gewaltfreiheit
Wir sitzen hier und nehmen wahr, wie der Körper sich anfühlt und sich mehr und mehr entspannt. In der Stille stellen wir uns unseren wunderbaren blauen Planeten vor und gehen tief nach Innen. Hier kann jeder sein eigenes Potential des Friedens erfahren und erleben, daß dieses Gefühl auf den ganzen Planten ausdehnbar ist - es kann auch die Bewohner des Planten umfassen und die Materie. Wir nehmen unsere innere Welt wahr, das Gefühl des Friedens und vielleicht der Liebe. Damit ist es möglich, die Dunkelheit, den Schmerz und das Leid anzunehmen und zu umhüllen. Ich werde mir meiner inneren Welt bewußt und kann mit der Liebe und dem Frieden der Dunkelheit und dem Schmerz begegnen, so daß sie sich auflösen kann. Die Gewalt und Angst in Beziehungen kann der tiefen Schönheit der Liebe, der Sanftheit und der Kraft des Friedens weichen, so wie Dunkelheit verschwindet, wenn die Sonne aufgeht. Diese Bilder lasse ich jetzt wirken, ich lasse innerlich die Sonne des Friedens und der Liebe aufgehen, so daß die Dunkelheit von Gewalt sich auflöst … Ich fühle mich wie ein neugeborenes Baby.

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